Der SV Bannewitz klettert dank eines verdienten 2:1-Siegs gegen Sebnitz auf Platz 3

Die Bannewitzer hatten keine allzu guten Erinnerungen an ihr letztes Spiel in Sebnitz, kamen sie dort doch mit einem 0:7 mächtig unter die Räder. Doch die Vorzeichen standen dieses Mal anders, Bannewitz reiste als Tabellenvierter an und wollte den Sebnitzern deren 3. Tabellenplatz streitig machen. Der Sebnitzer Trainer Uwe Rahle hatte vor dem Spiel den Anspruch der Sebnitzer auf den 2. Platz unterstrichen und der Bannewitzer Trainer Jens Hieckmann seinerseits den des SV Bannewitz, in Sebnitz zu punkten. Man durfte also gespannt sein, wie dieses Spitzenspiel ausgehen würde. Trotz der ungewöhnlichen Anstoßzeit, Donnerstag, 19:30 Uhr, fanden bei trockenem, aber kaltem Wetter immerhin 91 zahlende Zuschauer den Weg ins Sebnitzer Waldstadion.

Die Bannewitzer mussten kurzfristig den Ausfall des erkrankten Jakob Schulz verkraften und in der Abwehr umstellen, sicherlich nicht unbedingt ein Vorteil für die Bannewitzer, die aber trotzdem in bester Stimmung angereist waren. Diese Stimmung setzten sie auch vom Anpfiff an in Angriffslust um und bereits in der 1. Minute musste Dominik Oppitz im Tor der Sebnitzer per Faustabwehr klären. Allerdings gab es die nächste gute Chance für die Sebnitzer, die in der 6. Minute beinahe in Führung gegangen wären, aber der Pfosten rettete für Patrick Richter im Bannewitzer Tor. Von nun an aber spielten fast nur noch die Bannewitzer, die mit präzisen langen Bällen immer wieder die Sebnitzer Abwehr überspielten und so mächtig unter Druck setzten. In der 8. Minute schlug Oliver Werner einen langen Ball aus der Mitte der eigenen Spielhälfte kurz vor den Sebnitzer Strafraum. Paul Szuppa erlief den Ball und zog aufs Sebnitzer Tor, aber Dominik Oppitz konnte den Schuss gerade noch mit dem Fuß in Richtung eines Sebnitzer Abwehrspielers abwehren, von dem der Ball an den Pfosten ging. Dann war wieder Dominik Oppitz am Ball, konnte diesen aber nicht festhalten, so dass Markus Stephan an den Ball kam, diesen aber nicht aufs Tor ziehen konnte und letztendlich klärte ein Sebnitzer die Situation auf Kosten einer Ecke, die aber nichts einbrachte. Anders die kurz auf Kevin Moraweck gespielte Ecke in der 9. Minute, die dieser hoch Richtung langen Pfosten schlug, Markus Stephan köpfte den Ball von kurz vor der Torauslinie in den Fünfmeterraum zu Florian Schmieder zurück, der unbedrängt einköpfte. Der Schiedsrichter erkannte auf Abseits, was aber nicht richtig war, denn Markus Stephan stand bei der Flanke von Kevin Moraweck nicht im Abseits und bei seinem Kopfball nach hinten konnte Florian Schmieder gar nicht im Abseits stehen - das Tor hätte also zählen müssen. Die Bannewitzer brachen nicht in Tränen aus, sondern nahmen es gelassen – es war ja noch viel Zeit. Und das war genau die richtige Einstellung, denn jetzt rollte ein Bannewitzer Angriff nach dem anderen auf das Sebnitzer Tor zu. Die Bannewitzer gewannen die Zweikämpfe im Mittelfeld und ließen die Sebnitzer einfach nicht richtig ins Spiel kommen. So in der 11. Minute, als die Bannewitzer einen Sebnitzer Angriffsversuch abfingen, ein hoher Ball auf die linke Seit, der schnell weitergeleitet wurde, dann ging‘s die Seitenlinie entlang, auf Höhe des Strafraums ein kurzer Rückpass auf Paul Szuppa, der ging links in den Strafraum bis fast auf die Grundlinie, passte dann zurück auf den heranstürmenden Florian Schmieder, der zog ab, verfehlte aber das Sebnitzer Gehäuse knapp. Selbst die Sebnitzer Fans zollten den Bannewitzern Lob. Markus Stephan wurde in der 18. Minute mit einem langen Pass in der Mitte der Sebnitzer Hälfte bedient, setzte sich gegen zwei Sebnitzer durch, passte zu Florian Schmieder, der zog in die Mitte, ließ gleich vier Sebnitzer stehen, aber sein Schuss aus 20 Metern ging übers Tor. In der 24. Minute erneut ein langer, hoher Pass in Richtung Sebnitzer Strafraum, ein Sebnitzer Abwehrspieler verfehlte und so war Markus Stephan plötzlich allein vor Dominik Oppitz. Die Sebnitzer Zuschauer hatten schon den Sebnitzer Rückstand vor Augen, aber Dominik Oppitz parierte den Schuss von Markus Stephan und ein Abwehrspieler konnte dann klären. So langsam beschlich die Bannewitzer das Gefühl, dass es ihnen so gehen könnte, wie den Sebnitzern in Weinböhla: viele gute Chancen vergeben und dann geht’s noch schief. Aber in der 36. Minute war es dann doch soweit. Ein langer Pass von Oliver Werner aus der eigenen Spielhälfte heraus über die Sebnitzer Abwehr hinweg landete bei Markus Stephan. Der passte durch zwei Sebnitzer Abwehrspieler hindurch in den Strafraum, genau in den Lauf von Paul Szuppa und der ließ Dominik Oppitz dieses Mal keine Chance und so stand es 1:0 für Bannewitz. Nur fünf Minuten später folgte das 2:0 durch einen lehrbuchreifen Angriff über die linke Seite. Wieder war es ein langer Ball in die Mitte, der von einem Sebnitzer in die Beine eines Bannewitzers abgewehrt wurde, dann verlagerte sich das Ganze auf die linke Seite, eine Flanke in die Strafraummitte auf Markus Stephan und der versenkte unhaltbar zur Bannewitzer 2:0-Führung. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Sebnitz wurde in der 2. Halbzeit etwas stärker, kam aber nur noch zum Anschlusstreffer

Die Bannewitzer legten nach Wiederanpfiff gleich richtig los und kamen in der 46. Minute bereits wieder zu einem guten Angriff, aber Florian Schmieder wurde kurz vor dem Strafraum in zentraler Position durch ein Foul gestoppt. Der Freistoß aus bester Position brachte allerdings nichts ein. In der 50. Minute hätte eigentlich das 3:0 für Bannewitz fallen müssen: Florian Schmieder wurde noch in der eigenen Platzhälfte angespielt, hatte viel Platz und lief in die Mitte der Sebnitzer Hälfte, spielte in den Lauf von Paul Szuppa, der weiter Richtung Strafraum zog, an zwei Sebnitzer Abwehrspielern vorbei wieder quer auf Florian Schmieder legte, der abzog, aber erneut konnte Dominik Oppitz den Flachschuss parieren und ein Abwehrspieler dann endgültig vor einem heraneilenden Bannewitzer klären. Sebnitz wurde jetzt etwas stärker und nach einem in den Strafraum geschlagenen Freistoß in der 62. Minute kam sogar mal ein Torschuss heraus, der aber Patrick Richter vor kein Problem stellte. In der 84. Minute schafften die Sebnitzer dann aber doch noch den Anschlusstreffer. Die Bannewitzer packten nicht richtig zu, ein Steilpass durch die Bannewitzer Abwehr und Pierre Nebes war zur Stelle und markierte das 1:2. Jetzt machte Sebnitz mächtig Druck, und die Bannewitzer kamen etwas ins Schwimmen, konnten sich aber unbeschadet über die Zeit retten.

Mit diesem hochverdienten Auswärtssieg schoben sich die Bannewitzer an Sebnitz vorbei auf den 3. Tabellenplatz. Den Bannewitzer Spieler kann man mit Fug und Recht eine hervorragend und geschlossene Mannschaftsleistung bescheinigen, bei der jeder für jeden kämpft, und das schließt auch die Auswechselspieler auf der Bank ein, die ständig ihre Mitspieler dirigierten und anfeuerten und natürlich auch das Trainerteam – weiter so!

Jetzt können die Bannewitzer in aller Ruhe die Osterferien und das darauf folgende spielfreie Wochenende genießen, bis es dann am 15.4. in Hainsberg erneuten zu einem Spitzenspiel kommt. Hainsberg hat noch zwei Nachholspiele und kann sich in der Tabelle an Bannewitz vorbeischieben, so dass das Derby wieder ein Spiel Dritter gegen Vierter werden könnte. Auf jeden Fall wird es ein Spiel werden, bei dem so Einiges geboten werden wird.

Mannschaftsaufstellung SV Bannewitz: Patrick Richter (TW), Paul Szuppa, Florian Schmieder (80. Leo Schick), Kai Mittag, Martin Neubert, Maximilian Baldus (88. Patrick Wolf), Michael Brückner, Alexander Hildebrandt, Oliver Werner, Kevin Moraweck (50. William Brüggemann), Markus Stephan; Auswechselspieler: Daniel Scheuermann (ETW), William Brüggemann, Paul Müller, Leo Schick, Patrick Wolf

Karl-Heinz van Pée