Saisonauftakt gleich doppelt vermasselt: Der SV Bannewitz verliert das Ortsderby gegen Possendorf mit 1:2 und das 2. Spiel gegen Mittweida mit 0:3

Beim Ortsderby gegen Possendorf boten die Bannewitzer eine sehr schwache 1. Halbzeit, in der sie sich den Possendorfern nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch klar unterlegen zeigten und somit zur Halbzeit verdient mit 0:1 zurück lagen. Die 2. Halbzeit begannen die Bannewitzer deutlich verbessert und erzielten auch kurz nach Wiederanpfiff den 1:1 Ausgleich durch Florian Schmieder. In dieser Phase waren die Possendorfer etwas von der Rolle, und die Bannewitzer hätten dies zur Führung nutzen können, als sie in der 60. Minute einen Elfmeter zugesprochen bekamen, den Florian Schmieder halbhoch in die rechte Ecke schoss, aber der Possendorfer Torhüter konnte den Schuss abwehren. So war es nichts mit der Bannewitzer Führung, stattdessen erzielte Possendorf nach einer wiederholten Bannewitzer Abwehrschwäche in der 63. Minute das 2:1. Die Bannewitzer waren nun zwar deutlich besser als in der 1. Halbzeit, aber nicht gut genug, um den Ausgleich zu erzielen und so blieb es beim 1:2.

Am Samstag mussten die Bannewitzer nach Mittweida, wo man bisher nur einmal punkten konnte, aber des Öfteren schon unter ging. Bereits vor dem Spiel gab es die große Ernüchterung. Aus dem nicht gerade kleinen Kader standen sage und schreibe nur 14 Spieler zur Verfügung, darunter ein Ersatztorhüter und ein angeschlagener Spieler! Das schien der Mannschaft irgendwie auf den Magen geschlagen zu haben, denn sie agierte von Anfang an fahrig, unkonzentriert und viel zu langsam. Die Mittweidaer nahmen den Bannewitzer kurz nach dem Anstoß im Mittelfeld den Ball ab und zogen ein dominantes Spiel auf, dem die Bannewitzer wenig bis gar nichts entgegen zu setzen hatten. Regelmäßig waren sie zu spät am Ball. Während die Bannewitzer viel zu weit von ihren Gegenspielern weg standen, waren die Mittweidaer sofort am Ballführenden Spieler dran bzw. waren bei Abspielen sogar schneller am Ball als die Bannewitzer, was bei der Qualität der Bannewitzer Abspiele allerdings auch nicht schwer war. In der 4. Minute musste Patrick Richter im Tor der Bannewitzer einen satten Schuss parieren und lenkt den Ball zur Ecke. Die Ecke wurde hoch auf Höhe der 5-Meterlinie in die Mitte geschlagen. Ein Bannewitzer und zwei Mittweidaer stiegen hoch, der Bannewitzer und der hinter ihm postierte Mittweidaer verfehlten, aber der zweite Mittweidaer kam mit dem Kopf an den Ball, der dann zum 1:0 im Tor landete. Das gab den Mittweidaern natürlich noch mehr Auftrieb, die weiter Druck machten und bei den Bannewitzern ging nach vorne gar nichts und die raschen Ballverluste beim Spielaufbau brachten die Mittweidaer immer wieder in gute Angriffspositionen. Bei den Bannewitzern hatte man den Eindruck, dass sie dachten, der Ball kommt schon irgendwie zu ihnen und gar nicht auf die Idee kamen, dass sie vielleicht selbst zum Ball gehen müssten. Vielleicht war es auch nur Höflichkeit dem Gastgeber gegenüber, und man wollte ihm einfach den Vortritt lassen? In der 13. Minute gab es dann die Fehlentscheidung des Tages. Nach einem Mittweidaer Einwurf in den Bannewitzer Strafraum konnte der Ball per Kopfabwehr aus dem Strafraum befördert werden, landete aber bei einem Mittweidaer, der aus 18 Metern abzog. Der Ball knallte gegen das Lattenkreuz und von dort bei einem Mittweidaer, der ganz allein war und den Ball problemlos ins Tor befördern konnte: 2:0. Nur, beim Schuss gegen das Lattenkreuz war der Mittweidaer deshalb mutterseelenallein, weil er meterweit im Abseits stand. Weder der Schiedsrichter, der ausgezeichnet positioniert war, noch der ebenfalls gut postierte 2. Assistent gingen auf die Bannewitzer Proteste ein. Die Erklärung des 2. Assistenten war sehr beunruhigend: durch das Eingreifen des Bannewitzer Torhüters entstand eine neue Spielsituation und deshalb gab es kein Abseits. Zum einen war der Bannewitzer Torhüter gar nicht am Ball und selbst wenn, wäre keine neue Spielsituation entstanden. Man kann nur hoffen, dass der 2. Assistent das gestrige Spiel der Dortmunder gesehen hat, denn dort hätte er einiges lernen können. Solche krassen Fehlentscheidungen, die spielentscheidend sein können, sind den Spielern nicht zu vermitteln und tragen nicht zu einem Verständnis für das Verhalten von Schiedsrichtern bei. So etwas darf einfach nicht passieren. Für die Bannewitzer war das ein Tiefschlag. In den folgenden Minuten schwammen die Bannewitzer mächtig, aber es passierte zum Glück nichts weiter. So ab der 30. Minute kamen sie dann etwas besser ins Spiel und es deutete sich eine gewisse Angriffsgefährlichkeit an, auch wenn die Abschlüsse der gut vorgetragenen Angriffe fehlten. So ging es mit 2:0 für Mittweida in die Halbzeitpause.

Eine verbesserte 2. Halbzeit bringt dennoch nichts

Die 2. Spielhälfte begann gleich mit einer 100%igen Chance für Mittweida. Ein Bannewitzer Ballverlust im Mittelfeld, ein schneller Mittweidaer Konter über zwei Stationen und ein Mittweidaer tauchte frei vor Patrick Richter auf, der den nicht stark genug und zu unplatziert geschossenen Ball parieren konnte – Glück für Bannewitz. Bereits drei Minuten später hatten die Bannewitzer erneut viel Glück. Ein erneuter schneller Konter brachte Gefahr. Der erste Schuss konnte abgeblockt werden und der zweite Schuss aus etwas spitzem Winkel ging am Tor vorbei. In der 53. Minute gab es Einwurf für Mittweida, der hoch in den Strafraum kam, zwar zuerst per Kopf geklärt werden konnte, aber, wie viel zu häufig im gesamten Spiel, bei einem frei stehenden Mittweidaer landete, der zog ab, aber der Schuss konnte von einem Bannewitzer entschärft werden, landete dann aber in der Nähe der 5-Meterraumlinie, wo ein Mittweidaer wieder einmal schneller am Ball war und der knallte den Ball zum 3:0 ins Tor. Bannewitz wurde nun etwas besser und versuchte sich an einer Ergebnisverbesserung, was aber auch daran lag, dass Mittweida etwas nach ließ. Bannewitz kam nun zu einigen ganz ordentlich, aber nicht zwingenden Chancen, was zum größten Teil auch an den nun häufig auftretenden Mittweidaer Fouls lag. Die Freistöße, obwohl aus guten Positionen, brachten aber nichts Zählbares ein. So blieb es beim 3:0 und für die Bannewitzer bleibt das Gefühl, beim 2:0 böse verschaukelt worden zu sein und ansonsten schnellstens zu den alten Tugenden, kämpferischer Einsatz und Spielkultur zurück finden zu müssen und der Hoffnung, dass die Verletztenliste rasch kürzer wird.

Am kommenden Sonntag kommt Sebnitz, die Freiberg mit 3:1 besiegt hatten, die am 1. Spieltag Mittweida mit 6:1 nach Hause geschickt hatten. Kurz gesagt, Bannewitz muss sich am kommenden Sonntag in einer enorm verbesserten Verfassung präsentieren, will man an das hervorragende Rückrundenspiel der letzten Saison gegen Sebnitz anknüpfen, das der SVB mit 3:1 für sich entscheiden konnte.

Mannschaftsaufstellung SV Bannewitz: Patrick Richter (TW), Maximilian Genschmar, Michael Brückner, Paul Szuppa, Michel Böhme, Paul Müller, Michal Musil, Kai Mittag, John Rabe, Jakob Schulz, Markus Stephan (C); Auswechselspieler: Daniel Scheuermann (ETW), Bruno Schneider, Kevin Moraweck

Karl-Heinz van Pée