Der SV Bannewitz startet mit einer 2:4-Niederlage bei Fortuna Chemnitz in die Meisterschaftssaison 2020/21

Das letzte Zusammentreffen des SVB mit Fortuna Chemnitz fand am 5.6.2010 statt und endete 10:0 für Fortuna Chemnitz. Während es dann für Fortuna Chemnitz nach oben ging, ging es für den SVB nach unten. Nun treffen sich die beiden Teams in der Landesklasse Mitte, in die die Chemnitzer gegen ihren Willen „umgesiedelt“ wurden. Daher kannten sich beide Mannschaft so gut wie gar nicht, insbesondere da es das erste Meisterschaftsspiel war. Eins war aber klar: die Chemnitzer liebäugeln mit dem Aufstieg und die Bannewitzer wollen gerne vorne mitspielen. Man durfte also gespannt sein.

Bei bestem Fußballwetter, aber einer enttäuschend dürftigen Zuschauerkulisse von gerade mal 59 Zuschauern, begannen die Chemnitz schwungvoll und die Bannewitzer ließen sich durch schnelle Angriffe über die Außen regelrecht übertölpeln. Die Chemnitzer störten den Bannewitzer Spielaufbau, fingen einen Pass an der Mittellinie ab, dann ging’s raus auf die rechte Seite, ein Bannewitzer wurde ausgespielt, dann ein scharfer Pass an die linke Seite des Fünfmeterraums, wo ein Chemnitzer völlig unbedrängt leichtes Spiel hatte und den Ball in der 5. Minute zum 1:0 versenkte. Nur eine Minute später wurde ein Bannewitzer Angriff kurz vor dem Chemnitzer Strafraum abgefangen. Die Chemnitzer konnten ohne Probleme durchs Mittelfeld marschieren. Ein Pass durch die Innenverteidigung hindurch reichte und schon war ein Chemnitzer frei vor Steve Schurzky, an dem er den Ball vorbei zum 2:0 ins Tor schob. Das sah ganz übel für die Bannewitzer aus, und es war zu befürchten, dass das eine heftige Klatsche geben könnte. In der 9. Minute flog ein langer Ball von der Chemnitzer Strafraumgrenze über die hoch aufgerückte Bannewitzer Abwehr hinweg, aber Steve Schurzky war auf der Hut, kam heraus und köpfte der Ball erstmal aus der unmittelbaren Gefahrenzone. Der Ball landete aber erneut bei einem Chemnitzer, der ihn hoch an die Strafraumgrenze schlug, aber wieder war Steve Schurzky herausgekommen und klärte erneut per Kopf. Nur eine Minute später brachen die Chemnitzer wieder auf der rechten Seite durch, aber dieses Mal konnte Steve Schurzky den scharf geschlagenen Pass in den Fünfmeterraum mit einer Parade festmachen. In der 16. Minute verloren die Bannewitzer gleich mehrere Kopfballzweikämpfe im Mittelfeld, der Ball kam zum wiederholten Mal nach rechts außen, von wo er in den Strafraum gespielt wurde. Steve Schurzky hechtete nach dem Ball, erwischte ihn aber nicht und ein Chemnitzer zog ihn aus spitzem Winkel aufs Tor, an dem er zum Glück für die Bannewitzer vorbei ging. Aber am langen Pfosten tauchte ein Chemnitzer auf, dessen Schuss gerade noch abgeblockt werden konnte. Bannewitz bekam einfach keinen Zugriff aufs Spiel. So kam die Aktion in der 17. Minute überraschend, als ein Bannewitzer von der Mitte aus den Ball zentral auf Florian Schmieder durchsteckte, der in den Strafraum lief und den Ball am Chemnitzer Keeper vorbei zum 2:1 einschob. In der 21. Minute brachte ein langer Chemnitzer Einwurf in die Spitze große Gefahr fürs SVB-Tor. Ein Chemnitzer lief mit dem Ball in den Strafraum, aber Jakob Schulz rutschte hinein und klärte, so dass Steve Schurzky den Ball aufnehmen konnte. Im Anschluss waren dann wieder mal die Bannewitzer dran. Ein langer Ball in die Spitze auf Robert Knöfel zwang den Chemnitzer Keeper zu einer Kopfballabwehr. Im Gegenzug wurde ein Chemnitzer mit einem Pass in die Spitze bedient, lief aber an der Strafraumgrenze auf einen Bannewitzer auf und der Schiri erkannte auf Stürmerfoul. In der 23. Minute wurde Florian Schmieder etwa 20 Meter vor dem Chemnitzer Tor gefoult, und es gab Freistoß für den SVB. Florian Schmieder legte sich den Ball leicht nach links von der Mitte versetzt zurecht und zog ihn links an der Mauer vorbei Richtung oberes linkes Toreck, aber der Chemnitzer Keeper konnte mit einer starken Parade zur Ecke abwehren – Pech für den SVB. In der 28. Minute kamen die Chemnitzer wieder gefährlich an den Bannewitzer Strafraum, wo die Bannewitzer keinen Zugriff auf den Ball bekamen, und nach einigem Hin und Her zog ein Chemnitzer ab, aber Steve Schurzky konnte den Ball problemlos festmachen. Florian Schmieder luchste in der 30. Minute nach einem hohen Chemnitzer Querpass vor dem eigenen Strafraum dem Adressaten den Ball mit dem Kopf ab, zog in den Strafraum und versuchte einige Chemnitzer auszuspielen, um zum Schuss zu kommen, traf den Ball aber nicht voll, so dass der Schuss harmlos am Tor vorbei ging. Ein durchgesteckter Ball von Maximilian Genschmar in die Spitze auf Florian Schmieder brachte Gefahr fürs Chemnitzer Tor, aber der Chemnitzer Keeper hatte aufgepasst und konnte den Ball gerade noch vor Florian Schmieder erreichen und wegschlagen. Die Bannewitzer waren jetzt besser im Spiel, aber die Bälle in die Spitze kamen nicht optimal, so dass, wie in der 38. Minute, die Chemnitzer gerade noch vor den Bannewitzern klären konnten. Eine Chemnitzer Ecke in der 41. Minute brachte nochmals Gefahr fürs Bannewitzer Tor. Steve Schurzky pflückte den Ball herunter, konnte ihn aber nicht festhalten und ein Chemnitzer kam dran, bekam aber keinen Druck dahinter, so dass Steve Schurzky im Nachfassen die Pille festmachen konnte. In der 42. Minute verloren die Bannewitzer den Ball im Mittelfeld, und Chemnitz kam schnell über die linke Seite, aber Steve Schurzky pflückte den hoch in den Strafraum geschlagenen Ball herunter. Bruno Schneider konnte sich in der 43. Minute nach einem öffnenden Pass von Florian Schmieder schön auf der rechten Seite durchsetzen und spielte den Ball in den Strafraum auf Robert Knöfel, der schoss sofort, aber dem Schuss fehlte die Power, so dass der Chemnitzer Keeper abtauchen und den Ball vor dem heranlaufenden Alexander Preißiger sichern konnte. Inzwischen war das Spiel ausgeglichen, und die Bannewitzer konnten sich durchaus Hoffnung auf eine Resultatsverbesserung in der 2. Halbzeit machen.

Bannewitz schlägt sich durch zwei Abwehrschnitzer selbst

Die Bannewitzer begannen die 2. Halbzeit mit einem Konter in der 46. Minute über die linke Seite. Nach einem abgefangenen Chemnitzer Angriff startete Alexander Preißiger auf der linken Seite durch, passte den Ball an die Strafraumgrenze zu Robert Knöfel zurück, der sofort abzog. Der Ball wurde aber von einem Chemnitzer abgeblockt und segelte hoch Richtung Tor. Der Chemnitzer Torhüter sprang hoch, konnte den Ball aber nicht festhalten, so dass ein Bannewitzer wieder an den Ball kam und versuchte, einen Mitspieler anzuspielen. Als der Ball wieder zu Robert Knöfel kam, zog dieser erneut ab, aber sein Schuss kam nicht durch und so verpuffte dieser vielversprechende Angriff. In der 49. Minute steckte Maximilian Genschmar den Ball schön durch, Robert Knöfel erlief den Pass und hatte nur noch den Torhüter vor sich, aber der Linienrichter winkte Abseits – eine mehr als zweifelhafte Entscheidung. Weil die Bannewitzer Abwehr in der 53. Minute nach dem Motto „nimm ihn Du, ich hab‘ ihn sicher“ agierte, wäre fast das 3:1 gefallen, aber der Schuss eines Chemnitzers aus etwas spitzem Winkel landete am Außenpfosten. In der 55. Minute vertändelten die Bannewitzer beim Spielaufbau den Ball und ließen sich auf Zweikämpfe kurz vor dem eigenen Strafraum ein, was gründlich in die Hosen ging. Plötzlich kamen die Chemnitzer über rechts, die Bannewitzer Abwehr war völlig ungeordnet, und in der Strafraum Mitte standen gleich zwei Chemnitzer frei. Der Ball landete bei einem der Beiden, der keine Mühe hatte, den Ball im Bannewitzer Kasten zum 3:1 zu versenken – das Ding war hausgemacht. In der 65. Minute kamen die Chemnitzer erneut schnell über die rechte Seite und wieder wäre ein Chemnitzer in der Mitte frei gewesen, aber der ballführende Spieler wurde dieses Mal konsequent attackiert, so dass er den Ball ins Toraus beförderte. Ein Bannewitzer Ballverlust an der eigenen Strafraumgrenze in der 71. Minute leitete das 4:1 ein. Der Chemnitzer, der den Ball erobert hatte, musste das Spielgerät nur noch in den Lauf eines heranstürmenden Mitspielers legen und dieser konnte frei auf Steve Schurzky zulaufen und den Ball an diesem vorbei zum 4:1 einschieben; so macht man es dem Gegner zu einfach. Man muss den Bannewitzer zu Gute halten, dass sie weiterkämpften und in der 73. Minute kamen sie schnell über die linke Seite. Ein schöner Pass in die Mitte landete bei Robert Knöfel, der nicht fackelte, sondern gleich aus etwa 13 Metern abzog, aber der Chemnitzer Keeper rettet mit einer starken Parade. Steve Schurzky verhinderte das 5:1, nachdem ein Chemnitzer schnell auf der rechte Seite angestürmt kam und von der Strafraumgrenze schoss, aber Steve Schurzky konnte den Ball mit einer starken Parade über die Querlatte lenken. Den Schlusspunkt setzten die Bannewitzer in der 83. Minute. Robert Knöfel war gut in Szene gesetzt worden, und erkämpfte eine Ecke für den SVB: Die Ecke kam hoch in den Chemnitzer Strafraum, wo Georg Balatka ihn mit dem Kopf nach rechts zu Robert Knöfel verlängerte, der ihn wieder zurück vors Chemnitzer Tor spielte. Ein Chemnitzer Abwehrspieler kam an den Ball und lupfte ihn hoch aus dem Strafraum hinaus. Der Ball landete bei Leon Heymann, der ihn wieder hoch vor das Chemnitzer Tor spielte, wo der Chemnitzer Torhüter leicht bedrängt von Jakob Schulz hochging und sich den Ball selbst mit der Hand zum 4:2 ins eigene Tor bugsierte. Die Bannewitzer drängten zwar weiter auf eine Resultatsverbesserung, aber mehr war einfach nicht mehr drin.

Als Fazit muss man festhalten, dass die Bannewitzer den Spielbeginn verschlafen haben, dann gut zurück kamen, aber durch zwei grobe Schnitzer in der Abwehr die Niederlage besiegelten. Der Kampfgeist und die Moral der Bannewitzer waren lobenswert, aber das war gegen die starken Chemnitzer eben einfach zu wenig.

Die Videos zum Spiel gibtes wie üblich auf dem YouTube-Kanal des SVB zu sehen.

Mannschaftsaufstellung SV Bannewitz: Steve Schurzky (TW), Georg Balatka (C), Maximilian Genschmar, Alexander Preißiger, Robert Knöfel, Florian Schmieder, Robin Glanz (75. Leon Heymann), Martin Neubert (89. Patrick Wolf), Jakob Schulz, Bruno Schneider (61. Niko Biljesko), Mail Kretzschmar; Auswechselspieler: Hannes Thiele (ETW), Adrian Seelig, Vincent Liebisch, Paul Müller, Leon Heymann, Niko Biljesko, Patrick Wolf

Karl-Heinz van Pée

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