Der SV Bannewitz unterliegt dem Hainsberger SV zum Rückrundenstart mit 0:4

Nach einer alles andere als gelungenen Vorbereitung durfte man gespannt sein, wie sich die Bannewitzer beim Tabellendritten Hainsberg präsentieren würden. Allerdings mussten die Bannewitzer aufgrund von Verletzungen gleich auf vier wichtige Spieler verzichten. Ein Lichtblick war immerhin die Rückkehr von Markus Stephan.

Vor einer sehr bescheidenen Zuschauerkulisse machten die Hainsberger von Anfang an Druck und kamen in der 8. Minute zum ersten gefährlichen Angriff über die rechte Seite, der aber abgewehrt werden konnte und mit einem Fallrückzieher, der deutlich über den Bannewitzer Kasten flog, endete. In der 14. Minute gab es eine unschöne Szene, als nach einem Bannewitzer Foulspiel vor Freigabe des Spiels, vor den Augen des Schiedsrichters ein Hainsberger Spieler Markus Stephan den Ball mit voller Wucht in den Rücken knallte. Der den Hainsbergern gegenüber sehr gnädig gestimmte Schiedsrichter verzichtete auf eine Sanktion gegenüber dem Hainsberger Spieler. Die 29. Minute sah dann erneut einen schönen Hainsberger Angriff über die rechte Seite, aber der Pass in den Strafraum landete bei Leo Schick, der ihn ins Seitenaus beförderte. In der 30. Minute wurde es dann wieder mehr als ruppig. Hainsberg griff über rechts an. Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel wegen eines Bannewitzer Foulspiels und dann senste ein Hainsberger Markus Stephan an der Außenlinie um. Linienrichter und Schiedsrichter standen direkt daneben, aber wieder keine Sanktion für den Übeltäter. Vor der Ausführung des Freistoßes kam von der Bannewitzer Bank noch die Warnung, darauf aufzupassen, dass der Ball auf die Außenbahn gespielt werden könnte, aber das kam auf dem Feld wohl nicht an. So konnte Kevin Schur auf rechts durchmarschieren, in den Strafraum ziehen und den Ball aus recht spitzem Winkel zum 1:0 in den in den Bannewitzer Kasten hämmern. Da hatten die Bannewitzer ganz schön gepennt. Markus Stephan hatte in der 41. Minute nach einem von Patrick Wolf in den Hainsberger Strafraum geschlagenen Freistoß den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber aus fünf Metern am Hainsberger Keeper, der mit dem Fuß gerade noch abwehren konnte. Markus Stephan verlor dann das nachfolgende Kopfballduell und der Schussversuch von Leo Schick konnte abgeblockt werden. So ging es mit 1:0 für Hainsberg in die Halbzeitpause.

Hainsberg machte in der 2. Halbzeit alles klar

In der 46. Minute fingen die Hainsberger einen Bannewitzer Angriffsversuch an der Mittellinie ab und konterten schnell über links. Der Pass in den Strafraum landete bei Kevin Schur, der aber von der rechten Fünfmeterraumbegrenzung über das leere Tor schoss – viel Dusel für Bannewitz. Die Bannewitzer starteten in der 53. Minute einen Angriff von der rechten Seite, aber noch in der Bannewitzer Hälfte griff sich ein Hainsberger das Trikot des ballführenden Bannewitzers, aber wieder blieb es nur bei einem Freistoß – Trikotziehen und taktisches Foul wollte der Schiedsrichter nicht mit Gelb bestrafen – unverständlich. Die Bannewitzer kamen jetzt trotz Wolkenbruch immer besser ins Spiel, und in der 55. Minute setzte sich Martin Neubert auf der linken Seite schön durch, zog in den Strafraum, passte in den Fünfmeterraum, aber ein heranstürmender Bannewitzer scheiterte am Hainsberger Keeper, der zuerst abwehren und dann den Ball mit Mühe sichern konnte. In der 58. Minute hätte es einen Elfmeter für Bannewitz geben müssen. Patrick Wolf schlug einen Freistoß hoch in den Hainsberger Strafraum, der genau auf dem Kopf eines Bannewitzers gelandet wäre, aber dieser wurde von einem Hainsberger umgerissen. Der eigentlich gut postierte Schiedsrichter hatte aber nichts gegen diese Griechisch-Römisch-Einlage des Hainsbergers einzuwenden und versagte den Bannewitzern den eigentlich fälligen Elfer-man kann hier nur verständnislos mit dem Kopf schütteln. Bis zur 69. Minute war das Spiel dann eher ein Opfer des Wetters, aber dann gab es eine Szene, die die Bannewitzer Seele zum Kochen brachte. Ein Hainsberger spielte in der Bannewitzer Spielhälfte den Ball von der rechten Seite in die Mitte zu einem Hainsberger, der nach Ansicht der Bannewitzer Spieler und Bank im Abseits stand. Der berührte den Ball nur leicht und überließ ihn dann einem von hinten heranlaufenden Mitspieler. Der lief durch und schob unbedrängt zum 2:0 für Hainsberg ein. Der Bannewitzer Protest brachte erwartungsgemäß nichts. Die Bannewitzer kämpften weiter und stemmten sich vehement gegen die drohende Niederlage, waren dabei aber anfällig für Konter. In der 72. Minute wäre es dann auch fast schief gegangen. Ein schneller Hainsberger Angriff über links riss die Bannewitzer Abwehr auf, aber der Hainsberger Angreifer übersah seine mitgelaufenen Mitspieler und setzte den Ball ans Außennetz. Patrick Richter konnte sich in der 76. Minute mit einer Fußabwehr auszeichnen, als er den Schuss eines auf links durchgebrochenen Hainbergers abwehrte. Nur zwei Minuten später verhinderte Patrick Richter erneut per Fußabwehr ein Hainsberger Tor, allerdings hatte er sich diese Situation selbst eingebrockt, als er einen Ball auf die rechte Seite zu Patrick Wolf spielen wollte, in den ein Hainsberger hineinlief, der dann in die Strafraummitte passte. Die 81. Minute brachte dann aber die Entscheidung. Patrick Richter rutschte ein Rückpass unter der Sohle durch, und ein heraneilender Hainsberger bedankte sich mit dem 3:0. Statt sich jetzt etwas zurück fallen zu lassen, stürmten die Bannewitzer weiter und luden die Hainsberger zu weiteren Konter ein. Die Hainsberger klärten in der 86. Minute einen Bannewitzer Angriff aus dem Strafraum heraus mit einem langen Ball auf die Mittellinie. Von dort ging‘s nach rechts außen und Patrick Richter stand mutterseelenalleine gleich zwei Hainsbergern gegenüber. Ein Pass nach links und der Hainberger konnte ungehindert zum 4:0 einschieben. Fast wäre noch das 5:0 gefallen, als die Bannewitzer Abwehr erneut überspielt wurde und der herauseilende Patrick Richter weit außerhalb des Strafraus am Ball vorbeirutschte, aber inzwischen war Jakob Schulz zur Stelle und konnte per Grätsche den Ball ins Aus befördern. In der letzten Spielminute wäre den Bannewitzer beinahe noch der Ehrentreffer gelungen, aber Martin Neubert rutsche vor dem leeren Hainsberger Tor knapp an dem von rechts hereingeschlagenen Flachpass vorbei. So blieb es bei der deutlich zu hoch ausgefallenen 4:0-Niederlage. Zurück blieb das Gefühl, durch eine ganze Reihe unverständlicher Schiedsrichterentscheidungen bzw. Nichtentscheidungen deutlich benachteiligt worden zu sein.

Dennoch kann man den Bannewitzern bescheinigen, ein um einiges besseres Spiel als in der Vorbereitung abgeliefert zu haben, und auch die kämpferische Einstellung hat gestimmt. Wenn diese Tendenz auch beim Spiel gegen den Tabellenzweite Wilsdruff am kommenden Sonntag fortgesetzt werden kann, wird das bestimmt ein spannendes Spiel mit durchaus offenem Ausgang.

Mannschaftsaufstellung SV Bannewitz: Patrick Richter (TW), William Brüggemann, Maximilian Genschmar, Paul Szuppa, Kai Mittag (C), Martin Neubert, Leo Schick, Jakob Schulz, Patrick Wolf, Maik Kretzschmar (67. Marc Straßberger), Markus Stephan (72. Bruno Schneider); Auswechselspieler: Marc Straßberger, Christian Rose, Paul Müller, Bruno Schneider

Karl-Heinz van Pée

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